ZasZ234 - Eternal symbol for its own noble self
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Wir beginnen mit dem Ende

Wow, der letzte Tag des alten Jahres. Oder ist es doch der erste Tag vom Rest unsres Lebens? Schwer zu sagen, ob man glücklich sein soll, über all die Dinge, die noch vor uns liegen, oder all das was man zurück lässt. Das vergangene Jahr oder nur die vergangene Nacht – keins von beiden wird je zurückkommen. Doch sind sie nicht verloren. All die Veränderungen bleiben bestehen, und erinnern uns an diese Zeit, so wunderbar oder schmerzhaft sie auch war. Verloren ist Zeit nur, wenn sie nichts verändert. Deswegen sollen wir nicht bitter sein, wenn sie uns Dinge nimmt, die wir lieb gewonnen haben, denn nur so kann jeder Tag aufs neue begonnen, im Sturm erobert werden.

Am Ende dieses Jahres zu stehen – oder kurz davor – ist etwas besonderes für mich. Denn ich habe meine Zeit verschwendet (wie jedes Jahr). Und wie jedes Jahr zuvor kommt der Dezember mit seiner dunklen Botschaft: „Wieder geht ein Jahr zu Ende. Was hast du in diesem Jahr erreicht?“ Die Frage steht, und man muss sich früher oder später damit auseinandersetzen. Und jedes Jahr wird wie ein kleiner Tod. Der Chorus der Grabrede erinnert uns daran: Du nimmst nichts mit!
Nichts mitzunehmen ist das traurige daran, was mich jedes Mal bestürzt und die ganze Einsamkeit eines kleinen Menschen spüren lässt – einer unter Milliarden. Deswegen sollte man sich mit seinen Lieben umgeben, wenn die Zeit des Abschieds kommt. Das ist es zumindest, das ich dieses Jahr tue: Ich bleibe nicht zu hause, sondern fahre weg, um so vielen von denen, die mir lieb sind, so nah zu sein, wie nur möglich. Man will sich erinnern, an das was man hat, ja, aber mehr noch will ich es genießen, und wie könnte ich das besser, als meine Zeit dafür zu opfern? Nein, diese Zeit ist nicht verschwendet!

Soviel zu meinem neu gefundenen Optimismus für das neue Jahr. Und ein Blick zurück in mein ganz persönliches 2006 müsste doch voll negativer Gefühle sein: Was hab ich nicht alles verloren? Mein Abitur liegt hinter mir, und ich habe die Stadt verlassen, in der ich acht Jahre lang gelebt habe, zur Schule gegangen bin und ins Kino. Ich habe Freunde verlassen, die ich nicht alle oft genug wiedersehe. Und dann habe ich mein Leben verloren. Keinen Führerschein mit neunzehn, weil ich nicht wusste, ob die nächste Woche mich nicht wieder von zu hause wegführt und die Fahrschule wieder nichtig macht. Kein heißersehntes Studium, weil der Zivildienst sich dazwischenschiebt – und dann doch lange genug auf sich warten lässt, dass man alleine und nutzlos rumsitzt, bis es losgeht.
Doch wenn ich an den Feiertagen bei meiner Mutter und meinen Schwestern – und ihren jeweiligen Freunden – sitze, die ich so lange nicht mehr gesehen habe, dann erinnert mich das daran, dass es auch etwas anderes gibt. Wenn ein ehemaliger Mitschüler mich am letzten Tag vor dem letzten Tag anruft, dann fühle ich, selbst nicht vergessen zu werden.
Diese Erinnerungen werde ich mitnehmen, wenn die traurige Leere der Zeit davor in Vergessenheit geraten ist. Und auch wenn ich mich immer wieder einsam fühlen werde, dann kann ich mich auf gerade diese Leute verlassen, die mich wieder aufbauen.

Heute ist einer von dreihundertfünfundsechzig Tagen im Jahr, an denen wir die Gelegenheit haben, das Beste aus unserer Zeit zu machen. Wir sollten die Gelegenheit nutzen!

STICHWORTE DES TAGES:

Zum Lesen: Faust. Der Tragödie erster Teil (Verse 1338-1344)

„Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
Ist wert, dass es zugrunde geht;
Drum besser wär’s, dass nichts entstünde.
So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz, das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.“


Zum Anhören: Black Sabbath – Iron Man

Zum Fernsehen: My Generation – Der Sound der Revolte

Menschen des Tages: aaron, Alex, Bea, Cora, Jessy, Andreas, Mum, Dad, meine Schwestern und Nic!!!
31.12.06 14:58





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